Suchmaschinenoptimierung am Ende?

28. November 2007 Author: blackhole

Oberflächlich, unwissend und ziemlich kurz ist ein Interview in der WirtschaftsWoche mit einem Herrn Manfred Leisenberg. Nach eigenen Aussagen ist er Spezialist für:

  • WEB 2.0 und Social Media Optimization,
  • Optimales Online Marketing für mittelständische Unternehmen,
  • Internettechnologie sowie
  • Online Research und Automatische Trendanalyse

Was bedeutet denn “Optimales Online Marketing” oder “Internettechnologie”. Das sind nicht mehr als Buzz Words als tatsächliche Informationen.

Zitat 1 aus der wiwo:
Mancher glaubt, dass man mit Geld Suchmaschinen manipulieren kann. Tatsächlich kann man den Page Rank selten mit technischen Maßnahmen erhöhen.

Wer solche Aussagen trifft glaubt wahrscheinlich noch daran dass der Pagerank allein für das Ranking in Google verantwortlich ist. Außerdem lebt dieser Mann wahrscheinlich in einer anderen Welt, denn “Geld regiert die Welt” und mit einem gut geplantem Budget kann man durch viele sehr suchmaschinen-freundliche Maßnahmen Suchmaschinen beeinflussen. Es geht dabei weniger um Linkkauf. Wer ein wenig Ahnung hat von SEO weiß wovon ich rede.

Zitat 2 aus der wiwo:
Suchmaschinenoptimierung besteht aus zwei Basisverfahren: Schlüsselwörter identifizieren und in die On-the-page-Optimierung einbeziehen sowie Referenzlinks von anderen Webseiten bekommen, die möglichst stark frequentiert werden. Mehr muss man nicht machen.

Meine Gute. Wenn ich das glauben sollte, dann werde ich gleich morgen früh meine Keyworddatenbank anzapfen und sämtliche relevanten Keywords aus dem Finanzbereich extrahieren und innerhalb weniger Wochen reich werden! Mann, Mann, Mann. Diese Aussage ist dermaßen Quatsch, wenn das jemand glaubt, der glaubt wohl auch das SEO mit links gemacht wird. Suchmaschinenoptimierung ist wesentlich komplexer. Dass liegt nicht nur daran, dass nur 10 Seiten in den Serps zu jedem Keyword Platz haben. Ich glaube Herr Leisenberg hat noch nie um gute Positionen in umkämften Bereichen gekämpft!

Zitat 3 aus der wiwo:
Ich glaube, dass es immer weniger wichtig ist, bei Google weit oben zu stehen. Die klassische Weboptimierung verliert dadurch immer mehr an Bedeutung. SEO ist deshalb am Ende, dagegen gewinnt die Social Media Optimization immer mehr.

Die dritte Aussage die totaler Quatsch ist! Ich frage mich, wieviele User in Deutschland google.de bzw. yigg.de/webnews.de als Startseite eingerichtet haben und über welche Seite wohl mehr Menschen suchen??? Da sogar bekannte Seiten wie spiegel.de mehr als 50% Suchmaschinentraffic haben, frage ich mich wer oder was an Bedeutung verliert. Also ich tippe auf den wiwo Artikel.

Der nachfolgende Graph soll “unscharf” darstellen wie es um Google und wie um Social Media Sites in Deutschland bestellt ist. Na? Fällt was auf?

Google vs Web 2.0 in D

(c) Alexa.com

Zitat 4 aus der wiwo (es geht um Web 2.0 Seiten):
Dadurch wird auch die Informationssuche authentischer, denn die Präsenz eines Themas in den sozialen Medien lässt sich kaum durch technische Maßnahmen beeinflussen.

Was bitte schön ist das für eine Aussage? Natürlich lassen sich Maschinen/Algorithmen wie sie Portale wie yigg.de manipulieren. Sollte es jemals in den nächsten Jahren so kommen, dass Social Media Sites (speziell in Deutschland) wichtiger sind als Google, dann werden sich SEOs auf diese Manipulation konzentrieren. AKTUELL LOHNT ES SICH NUNMAL NICHT Herr Leisenberg. Wieviele User haben wohl große Onlineportale (Namen nenne ich nicht) über yigg.de und webnews.de??? Die sind kaum messbar und in der Regel im Promillebereich!

Da ich selten Zeit habe für meinen Blog zu schreiben, sollte man diese Zeilen besonders würdigen. ;) Als ich dieses oberflächliche und nichtsaussagende Interview fand ist musste ich fast Mitleid mit ihm haben.

Dieser Blogbeitrag spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.


16 Responses to “Suchmaschinenoptimierung am Ende?”

  1. Robert Says:

    Das Interview ist mal wieder typisch. Scheinbar wurde hier ein “Spezialist” interviewt.

    Dass SMO wichtiger wird stimmt zwar, aber nicht so wie es dargestellt wurde.

  2. Michael Says:

    Naja, er beschreibt sich ja aauf seiner Seite als SMO Profi. Das ist er sicher auch, mit dem Käse den er da verzapft hat er es bei yigg auf Seite 1 geschafft, er war bei webmasters on the roof und ist mittlerweile in der gesamten Szene bekannt -> “mission accomplished”

  3. blackhole Says:

    @Michael
    Also ich kenne ihn nicht, von daher glaube ich kaum dass er in der gesamten Szene bekannt ist. Und nur weil man einmal bei wotr war oder bei yigg aus Seite 1 ist man noch lange kein Held.

    Ich finde das ganze Interview spiegelt nicht wieder was SEO oder SMO ist. Es gibt nur unbewiesene Phrasen und das war es.

  4. Online Marketing 2012 | PM Job Blog Says:

    [...] ist nicht am Ende und wird es auch in den nächsten Jahren nicht sein. Eine Alexa-Grafik von blackhole unterstreicht das auch sehr anschaulich. Auch Jojo ist der Meinung, dass Suchmaschinenmarketing [...]

  5. Klaus Says:

    Interessant auch was er in seinem Kommentar zu meinem Beitrag schreibt - plötzlich ist SEO “richtig und wichtig”! ;)

  6. Sascha Says:

    Ich glaube Herr Leisenberg hat sich einfach etwas zu sehr zugespitzt in seinem Interview zum Thema geäussert! Nun ja war schliesslich auch ein Interview, da will man immer ein wenig anecken und die Reaktionen der Medien bzw. in dem Fall der SEOs sehen. ;)

    Aber alles in allem eine höchst erfolgreiche Aktion um auf sich aufmerksam zu machen, der virale Effekt ist eingetretten.

  7. blackhole Says:

    @Sascha
    Dass man mit solchen Aktionen Aufmerksamkeit produziert mag sein. Dennoch würde ich darauf achten, dass nicht die Mehrheit das Gegenteil behauptet.

    Ich bin mal gespannt was als nächstes kommt. SMO am Ende, es lebe VSO (Video Search Optimization) und ISO (Image Search Optimization)…

  8. SEO News Says:

    anbieter wie mister-wong etc. lassen sich durchaus manipulieren …

    So ziemlich alles im Internet lässt sich manipulieren bestes Beispiel ist da wikipedia..

  9. seoline Says:

    ob der seinen quatsch den er bei wiwo verbreitet hat ernst meint bleibt dahin gestellt, tatsache ist der hat aufmerksamkeit auf sich gezogen - und das aus der schweiz wo es ja kaum gute seo´s gibt… respekt.
    vielleicht wollte er ja nicht mehr erreichen. als guter seo wird der sicherlich nicht mehr bekannt. höchstens bei yigg oder sowas…

  10. Leisenberg Says:

    @seoline:

    Danke - es war auf jeden Fall ein interessantes Experiment.
    Ich habe mich übrigens schon vor ein paar Tagen in einem anderen Interview grundsätzlich geäussert:

    http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/12/25-nachgebloggt.html

    Manfred Leisenberg

  11. Micha Says:

    Finde schon das er an einigen Stellen recht. Hat doch jeder seine eigene Meinung.

  12. Sumosari Says:

    Also ich glaube das auch nicht so recht. In einem großen SEO Forum gab es doch vor nem halben Jahr auch schonmal so nen Post. Geänder hat sich bis jetzt nichts und meiner Meinung nach wird es das auch nicht so schnell…

  13. Alex Says:

    Dass der WirtschaftsWoche das nicht auffällt, ist schon echt peinlich. Noch peinlicher finde ich die Aussagen von Ihnen, Herrn Leisenberg. Ja, selbstverständlich können Sie sich jetzt dazu äußern und von Verdrehung und so sprechen.

    Das andere Interview hab ich mir nicht durchgelesen. Schon der Anfang gefiel mir nicht. Ihnen passe der Titel des Interviews nicht, hieß es.

    Solche Leute wie Sie wollen doch einfach nur irgendwie Aufmerksamkeit und ihr Unwissen an andere weitergeben. Ich bin zwar noch Schüler, bin aber sicher erfolgreicher in SEO-Dingen als Sie. Und in meinem Alter heißt: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.

  14. Betten-Direct Says:

    Ich habe nie die Experten gefragt (Fehler) und ich habe mich fast vernichtet mit meiner Experimentierfreudigkeit. Schaden sind trotzdem entstanden. Learning by Doing hat funktuniert!

  15. Forum Promotion Says:

    Habe das Interview auch gelesen, allerdings erst kürzlich. Ich finde auch, dass die Methode Trail & Error für SEO-Anfänger definitiv der beste Weg ist, um sich mit der Materie vertraut zu machen.

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